Wir sind Neurologie. – das ist Neurologie

Die Neurologie hat sich von einer vornehmlich diagnostischen zu einer aktiv therapierenden Fachdisziplin gewandelt. Für immer mehr Krankheiten stehen innovative Therapieformen zur Verfügung. Das Forschungs- und Innovationspotenzial ist immens. Schließlich beschäftigt sich die Neurologie mit dem faszinierendsten und gleichzeitig noch am wenigsten erforschten Organ des Menschen – dem Gehirn.

Die Gesellschaft erlebt einen demografischen Wandel – die Neurologie ist darauf eingestellt. Die Lebenserwartung steigt, damit auch die Zahl der Menschen mit altersbezogenen neurologischen Erkrankungen. Neurologen machen sich dafür stark, dass sie gut versorgt werden. Gleichzeitig behalten sie die jüngeren Patienten mit neurologischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Epilepsie im Blick.
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Auf einen Blick

  • Die Neurologie ist eine Schlüsselmedizin des 21. Jahrhunderts.
  • Die Neurologie befasst sich mit dem faszinierenden Organ Gehirn, das unsere Persönlichkeit bestimmt.
  • Neurologische Erkrankungen verändern Menschen tiefgreifend.
  • Die Neurologie ist wissenschaftlich, modern, therapierend, heilend.
  • Die Neurologie hat das Potenzial, bisher unheilbare, chronische, schwere, persönlichkeitsverändernde, altersbedingte, weit verbreitete „Volkskrankheiten“ und tausende seltene Erkrankungen zu erforschen und zu behandeln.
  • Die Neurologie zeigt, dass auch in Deutschland exzellente Forschung betrieben wird.

Behandlung für Millionen Menschen

Die Neurologie befasst sich mit Erkrankungen des Nervensystems – des Gehirns, des Rückenmarks, des peripheren Nervensystems und der Muskeln. Von häufigen Volkskrankheiten wie Rückenschmerzen oder bis zu schweren neurodegenerativen Erkrankungen wie Demenz und Parkinson.

0
Schlaganfälle pro Jahr
0
Multiple-Sklerose-Patienten
0
Epilepsie-Patienten
0
Parkinson-Patienten
0
an Alzheimer und anderen Demenzen Erkrankte

Etwa 80 Prozent

der 5000 Seltenen Erkrankungen haben neurologische Symptome. Weniger als 5 von 10.000 Personen sind von Seltenen Erkrankungen betroffen.

12 bis 16 Prozent

der Patienten in deutschen Notaufnahmen haben neurologische Diagnosen.
Anzahl Neurologinnen und Neurologen in Deutschland
2016: 6810
2015: 6451
2014: 6095
2013: 5727
2012: 5370
2011: 5074
2010: 4804
2009: 4540
2008: 4238
2007: 3999
1993: 1270
Quelle: Bundesärztekammer

Die Neurologie boomt wie kaum eine andere medizinische Disziplin. 2016 verzeichnete die Fachgruppe erneut ein weit überdurchschnittliches Wachstum von 5,6 Prozent. In Deutschland praktizieren heute mehr Neurologen als Hautärzte, Urologen oder HNO-Ärzte.

Etwa 7000 Neurologinnen und Neurologen versorgen in deutschen Kliniken und Praxen jährlich geschätzt weit mehr als 2 Millionen Patienten. Zum Vergleich: Vor 20 Jahren gab es erst rund 1500 Fachärzte für Neurologie.

Neurologische Kliniken, Abteilungen und Praxen in Deutschland

357 Akuteinrichtungen

110 Facheinrichtungen

143 Rehaeinrichtungen

40 Unikliniken

ca. 2500 Praxen*
Quelle: Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) / Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN)

*Einzel- oder Gemeinschaftspraxen mit neurologischer Versorgung durch einen Facharzt für Neurologie oder einen Facharzt für Nervenheilkunde

 

 

Neurowissenschaft – Forschung für den Menschen

Klinische Forschung – Fortschritte für die Patienten

Die neurologische Forschung hat in den vergangenen Jahren bedeutende Fortschritte gemacht. Das Innovationspotenzial bei Erkrankungen des Nervensystems ist nach wie vor enorm. Denn die Wissenschaft entwickelt für zahlreiche Krankheiten, die bis heute nur symptomatisch behandelbar sind – etwa Multiple Sklerose, Parkinson- oder Huntington-Krankheit – laufend weitere vielversprechende Therapieansätze. Hier finden Sie einige Beispiele.

Highlights der vergangenen Jahrzehnte

Welche wichtige Fortschritte hat die Neurologie aus Ihrer Sicht gemacht? Gerne nehmen wir weitere Errungenschaften der Neurologie in diese Liste mit auf. Senden Sie uns Ihren Vorschlag!
Revolution der Schlaganfall-Therapie
Seit Mitte der 90er-Jahre hat die Neurologie ein fast flächendeckendes Netz von 300 zertifizierten Stroke Units aufgebaut. Damit erhalten nun 70 bis 80 Prozent der Patienten sehr schnell nach einem Schlaganfall eine bestmögliche Versorgung. Seitdem hat sich die Todesrate nach Schlaganfall mehr als halbiert (1998: 150 je 100.000 Einwohner; 2015: 69,8 je 100.000 Einwohner). Der letzte große Fortschritt: Mit einem Katheter können Radiologen und Neuroradiologen Blutgerinnsel schnell und effektiv aus den Hirngefäßen beseitigen. Die Thrombektomie hat die Schlaganfalltherapie revolutioniert. Von den jährlich 260.000 Patienten mit Schlaganfall kann damit weiteren 10.000 Schlaganfallpatienten das Leben gerettet oder sie können vor schweren Behinderungen bewahrt werden.
Mobil trotz Multipler Sklerose
Gehirnoperation bei Epilepsie
Gentherapie bremst seltene Erbkrankheit
Die Haut als Spiegel des Gehirns

Jung, weiblich, ambitioniert

Der Frauenanteil in der Neurologie steigt seit Jahren kontinuierlich. Er beträgt 44 Prozent laut der jüngsten Erhebung der Bundesärztekammer von 2016 (1993: 27 Prozent). Der Fachärztenachwuchs ist bereits überwiegend weiblich: 61 Prozent der Facharztzulassungen für Neurologie wurden 2016 an Ärztinnen erteilt.
Neurologie ist eine junge Medizin mit Zukunft. Knapp zwei Drittel der Fachärztinnen und Fachärzte sind unter 50 Jahre alt. Die Zahl der Neuzulassungen zum Facharzt erreichte 2016 mit 527 einen neuen Höchststand. Dies ist nicht zuletzt ein Erfolg der intensiven Nachwuchsarbeit der DGN und ihrer Nachwuchsorganisation, der Jungen Neurologen.