Prof. Dr. med. Dr. h.c. Wolfgang H. Oertel

„Neurologische Erkrankungen früher erkennen, verzögern, verhindern: Dafür brauchen wir die besten Köpfe.“

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Wolfgang H. Oertel, DGN-Mitglied seit 1987, Hertie-Seniorprofessor, Marburg, und Neurologiebotschafter in Europa

Das mache ich: Als ehemaliger Direktor der Neurologischen Klinik am Uniklinikum in Marburg engagiere ich mich heute mit meiner Hertie-Seniorprofessur für die Früherkennung der Parkinson-Erkrankung im Grundlagenlabor wie auch in der Klinik – lange bevor die bekannte Bewegungssymptomatik auftritt. Unsere Strategie ist es, die Krankheit in einem möglichst frühen Stadium zu erkennen, zu behandeln und dadurch zu verhindern. Neben meiner Forschung setze ich mich als Koordinator des European Affairs Committee der European Academy of Neurology (EAN) und Vorstandsmitglied des European Brain Council für die Belange der neurologischen Spitzenforschung in ganz Europa ein: Ich erkläre den Entscheidern, wie viele Menschen von neurologischen Krankheiten betroffen sind, wie hoch die Kosten für die Gesellschaft sind und was die Neurologie bei entsprechender Förderung leisten könnte.

Das fasziniert mich an der Neurologie: Als ich Medizin studiert habe, war das neurologische Lehrbuch noch recht dünn. Heute füllen Bücher über Diagnostik und Therapie neurologischer Erkrankungen ganze Regale. Wenn wir unsere Forscher, die sowohl die Klinik als auch das Labor kennen, besser unterstützen würden, könnten wir in absehbarer Zeit zahlreiche Krankheiten besiegen – daran habe ich keinen Zweifel.

Darum bin ich DGN-Mitglied: Als ehemaliger Präsident der DGN bin ich sowieso davon überzeugt, dass nur eine starke Organisation eine starke Stimme entwickeln kann. Sie braucht aber auch einzelne Persönlichkeiten, die sich mit ihrer ganzen Kraft politisch einsetzen. Damit diese Experten Wirkung entfalten können, benötigen sie die Unterstützung der Mitglieder, die sie vertreten.